Jugendliche brauchen Freiraum – und gleichzeitig Sicherheit. Wenn jedoch traumatische Erfahrungen im Hintergrund stehen, wird das Austarieren von Nähe und Distanz für Eltern besonders schwierig. Manche Jugendliche ziehen sich vollständig zurück, andere klammern sich stark an die Eltern. Beides kann belastend sein und das Familienleben anstrengend machen.
Eltern erleben in solchen Situationen oft ein Wechselbad der Gefühle: Einerseits möchten sie ihre Jugendlichen nicht alleine lassen, andererseits fühlen sie sich überfordert, wenn jede Annäherung mit Widerstand beantwortet wird. Die Balance zu finden, kostet viel Kraft – und manchmal auch Hoffnung.
In meiner Praxis in Gauting, südlich von München, unterstütze ich Eltern traumatisierter Jugendlicher, diese Balance Schritt für Schritt wiederherzustellen. Mit Somatic Experiencing lernen Eltern, eigene Signale besser wahrzunehmen, ruhig zu bleiben und ihrem Jugendlichen Sicherheit zu geben, ohne es zu bedrängen. So können Jugendliche Vertrauen entwickeln und sich – in ihrem eigenen Tempo – auf Nähe einlassen, während sie gleichzeitig ihre Selbstständigkeit wahren.
Praxisbeispiel
Eine Mutter berichtete, dass ihre 17-jährige Tochter jede Umarmung verweigerte. Im gemeinsamen Prozess lernte die Mutter, stattdessen über kleine Gesten – etwa einen Tee kochen oder ein kurzes Gespräch anbieten – Nähe herzustellen. Nach einigen Monaten ließ die Tochter vorsichtige Berührungen wieder zu.
Kundenstimme
Ich habe gelernt, meinem Sohn Freiraum zu geben, ohne die Verbindung zu verlieren. Das macht unseren Alltag viel entspannter.
— Mutter, 44 Jahre
